Nebenberufliche oder hauptberufliche Tätigkeit? Was muss ich als freiberuflicher Masseur, Heilpraktiker oder Physiotherapeut beachten?

Der erfolgreiche Weg in die Selbstständigkeit als Physiotherapeut, Heilpraktiker oder Masseur

Will mann sich nebenberuflich oder hauptberuflich selbstständig machen, gibt es verschiedene Punkte zu beachten. Hier einige Erklärungen und Informationen. Dem gegenüber steht die Gründung eines eigenen Unternehmens. Alle Infos zur Gewerbeanmeldung haben wir in einem weiteren Blogeintrag zusammengefasst. 

Was ist ein Freiberufler?

Freie Berufe können wissenschaftliche, künstlerische oder kulturelle Tätigkeiten sein. Zur Gruppe der Heilberufe und somit zu den Freiberuflern zählen:

  • staatlich anerkannter Masseur
  • staatliche anerkannte Masseurin
  • medizinischer Bademeister
  • staatlich zugelassener Heilpraktiker sowie
  • staatlich anerkannter Physiotherapeut

Bei jenen Berufen muss man eine hohe Qualifikation und fachliche Kompetenz der dementsprechenden Ausbildung nachweisen.

Erfolgreich selbstständig als Therapeut
freiberufliche Tätigkeit als Physiotherapeut

Unterschied zwischen Gewerbe und Freiberufler

Ein Freiberufler ist vor allem ein steuerrechtlicher und berufsrechtlicher Begriff. Denn bei einer freiberuflichen Tätigkeit als Physiotherapeut zahlt man unter anderem keine Gewerbesteuern. Außerdem muss keine doppelte Buchführung betrieben werden und auch eine IHK-Mitgliedschaft ist nicht verpflichtend.

Nebenberuflich selbstständig oder hauptberuflich selbstständig?

Ihre Selbstständigkeit ist nur solange nebenberuflich, wie gewisse Kriterien eingehalten werden. Die Grundlogik ist dabei, welche Beschäftigung Ihren Arbeitsmittelpunkt bildet. Bei der Arbeitszeit kann beispielsweise. eine Richtzeit von 18 Stunden pro Woche für die nebenberufliche Selbstständigkeit zugrunde gelegt werden. Natürlich sollte das Einkommen aus der nebenberuflichen Selbstständigkeit nicht das Arbeitseinkommen übertreffen.

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Checkliste für die Anmeldung zu freiberuflichen Tätigkeiten als Physiotherapeut

Bei einer freiberufliche Tätigkeit als Physiotherapeut meldet man sich innerhalb der ersten 4 Wochen nach Unternehmensgründung beim Finanzamt an und füllt den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung aus. Die Anmeldung ist kostenfrei. Das Dokument kann bequem von zu Hause aus ausgefüllt und eingereicht werden. Alternativ kann die Anmeldung auch persönlich beim zuständigen Finanzamt durchgeführt werden. Diese Checkliste hilft bei der Anmeldung zu freiberuflichen Tätigkeiten:

  • Als aller erstes werden allgemeine persönliche Fragen zu dem jeweiligen Freiberufler gestellt. 
  • Weiterhin sind Angaben zu der freiberuflichen Tätigkeit zu machen. Auch Fragen zu dem Thema “Festsetzung der Vorauszahlung” sollten in dem Dokument ausgefüllt werden.
  • Wenn vorhanden, müssen Angaben zu möglichen Mitarbeitern und deren Lohnsteuer getätigt werden. Angaben zu den Themen “geplante Tätigkeiten und zu erwartende Umsätze und Gewinne” müssen ausgefüllt werden. Man sollte bei der Angabe von Daten (Schätzung von Gewinnen etc.) zu einer freiberuflichen Tätigkeit als Physiotherapeut sorgfältig und realistisch vorgehen.
  • Für das Ausfüllen des Fragebogens sollte ein gültiger Personalausweis sowie Zeugnisse und Berufsbescheinigungen vorliegen. Jene werden zur Anmeldung mitgebracht oder an das Finanzamt zusammen mit dem Fragebogen zur steuerlichen Erfassung versendet werden.
  • Die Bearbeitungsdauer wird mindestens zwei bis drei Wochen Zeit in Anspruch nehmen. Im Anschluss erhält man eine Steuernummer für die Umsatzsteuer.

Die Pflichten des Arbeitnehmers sollten nicht vernachlässigt werden. Den Vorgesetzten über die anstehende Nebentätigkeit zu benachrichtigen und um Erlaubnis zu bitten, ist in der Regel eine Pflicht. Vermeiden Sie Ihrem Arbeitgeber Konkurrenz zu machen. Zudem sollte man bestehende Regelungen im Arbeitsvertrag beachten.

Welche Versicherungen sollte man als Physiotherapeut abschließen?

Es gibt eine Vielzahl an notwendigen, aber auch sinnvollen Versicherungen für Therapeuten. Über diese drei sollten Sie sich auf jeden Fall Gedanken machen:

  • Bei einer nebenberuflichen Selbstständigkeit, wird keine zusätzliche Sozialversicherung benötigt.
  • Die Rücksprache mit der jeweiligen Krankenkasse ist dringend notwendig. Da das Entgelt aus der nebenberuflichen Selbstständigkeit ebenfalls für den Beitrag berücksichtigt wird. Dies kann andernfalls Nachforderungen zur Folge haben.)
  • Wer als Freiberufler arbeitet, sollte sich um eine Haftpflichtversicherung kümmern. Selbst wer noch so sorgfältig arbeitet, kann sich nicht davor schützen, auch einmal etwas falsch zu machen. Eine Berufshaftpflicht- oder Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung bezieht sich auf berufliche Tätigkeiten und sichert auch Vermögensschäden ab.
Haftpflichtversicherung für nebenberufliche Tätigkeit
Kleinunternehmerregelung bei Physiothrapeuten

Zusätzliche Informationen zu freiberuflichen Tätigkeiten

Die Anmeldung bei der jeweiligen Berufsgenossenschaften Pflicht und maßgeblich für die gesundheitlichen Aspekte Ihres Unternehmens zuständig. Die für Masseure zuständige Berufsgenossenschaft ist die BGW – Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (www.bgw-online.de). Die Anmelden sollte innerhalb einer Woche nach Gründung des Unternehmens stattfinden. Bei freiberuflichen Tätigkeiten als Physiotherapeut etc. unterliegt man nicht der Buchführungspflicht, da man weder Gewerbetreibender noch Kaufmann ist. Grundsätzlich müssen alle Freiberufler Umsatzsteuer abführen. Fällt man jedoch unter die Kleinunternehmerregelung, muss keine Umsatzsteuer gezahlt werden. Der Gewinn kann über die Einkommensüberschussrechnung ermitteln und dem Finanzamt mitgeteilt werden.

Kleinunternehmerregelung bei Physiotherapeuten

Der Gesamtumsatz der umsatzsteuerpflichtigen Leistungen im Vorjahr darf nicht über 17.500 Euro und im laufenden Kalenderjahr voraussichtlich nicht über 50.000 Euro liegen – dann entfallen Vorsteuerabzüge und die Umsatzsteuer. Maßgebend ist hierfür die zu Beginn eines jeden Jahres die vorzunehmende Beurteilung der Verhältnisse für das laufende Kalenderjahr. In diesem Fall darf die Umsatzsteuer nicht gesondert auf den Rechnungen ausgewiesen werden. Ein Vermerk auf der Rechnung „Kleinunternehmerregelung § 19 UStG“ als Grund für die Steuerbefreiung muss angegeben werden.

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